#mittca18 – Das Mittelstandscamp Kommunikation 2018 im Rückblick

Dieses Jahr fand das Mittelstandscamp Kommunikation bereits zum zweiten Mal im Rahmen des Content Strategy Camps (#cosca) am Mediencampus der Hochschule Darmstadt statt. Wir fassen die wichtigsten Aspekte der Diskussion, Links und weiterführende Informationen zusammen.

NORD übergibt brauchbaren Werkzeugkoffer an SÜD

Von der Förderinitiative Mittelstand-Digital kamen Heinz Rohde von der Wirtschaftsförderung Schleswig Holstein und Danny Kensa von der Wirtschaftsagentur Neumünster ans iisys in Hof und hielten einen Workshop zur Methodenschulung „Digitalisierung in Unternehmen“ ab.

Die rund 20 Teilnehmer/innen lernten dabei im ersten Teil agile Methoden zum Wissenstransfer kennen. Der Schwerpunkt lag dabei auf unterschiedlichen Veranstaltungsformaten wie World Café, Knowledge Café, Open Space, F*ck-Up-Story und Fishbowl-Diskussion. Fast alle Formate konnten vor Ort direkt geprobt werden.

Im zweiten Teil wurden Kommunikations- und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt.
Wie kann ich

  • Zielgruppen mit passendem Wertversprechen besser erreichen (Value Proposition Model Canvas)
  • das Werteversprechen in die Kommunikation mit meinen Kontakten integrieren (Business Model Canvas)

Wichtig war hierbei, sich von seinem eigenen Blickwinkel zu lösen und sich in die jeweilige Zielgruppe hineinzuversetzen.

Da die Teilnehmerschaft sehr heterogen war: WirtschaftsRegion, Gründerzentrum, KMU, Hochschule Hof, Vereine, Stadt Hof, konnte sehr schnell übergreifend gearbeitet werden. Die regionalen Multiplikatoren können die gelernten Methoden in der nächsten Zeit in ihren eigenen Veranstaltungen verwenden.

„Das ist sehr brauchbar und man kann es gut in unsere nächsten Veranstaltungen einbauen“, so der einhellige Tenor der Anwesenden.

Wer selber einen Blick auf die Methoden werfen möchte, wird hier fündig, auch mit kurzen Erklärvideos:
https://kommunikation-mittelstand.digital/methoden

Schiffspropeller - Sauwer--Jung/pixabay.com

Schiffsschrauben, Husten, Energie – Konferenz zeigt praktische Digitalisierungsbeispiele

Gemeinsam mit der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation hat die Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplattedie Veranstaltungsreihe „MSEdigital_real“ ins Leben gerufen, deren Auftaktveranstaltung am 18. Januar 2018 auf große Resonanz stieß. Mehr als 70 UnternehmerInnen aus der Mecklenburgischen Seenplatte, Vertreter des Landkreises und von Wirtschaftsinstitutionen folgten der Einladung.

Nach der Begrüßung und Einleitung in die Konferenz durch Sabine Lauffer, Geschäftsführerin der WMSE GmbH, und Ralf Svoboda, Leiter des Referats Technologie im Landeswirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, führte Prof. Dr. Thomas Thiessen, Konsortialleiter Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, durch spannende Praxisbeispiele.

Unternehmen plaudern aus dem Digitalisierungskästchen

In diesen präsentierte beispielsweise Uwe Lüdemann (EAN GmbH, Neubrandenburg) sein Unternehmen und die bereits realisierten Ansätze der Digitalisierung in der Ausführungsplanung, im Controlling und bei der Realisierung von Energieversorgungsaufträgen. Sören Schmidt und Richard Nonnenmacher von der Neubrandenburger Stadtwerke GmbH und der neu-itec GmbH gaben Einblicke in die Vielfalt der digitalen Schnittstellen des Versorgers, die vom Kunden über technische und kaufmännische Prozesse bis zur Informations- und Datensicherheit, von etablierten Serviceleistungen bis zu innovativen Produkten reichen.

Dr. Alexander Schachinger von der EPatient RSD GmbH in Berlin erläuterte praxisbezogen die Möglichkeiten der Digitalisierung für Leistungsträger, Patienten und deren Angehörige. Allein das Beispiel einer App, die es dem Arzt ermöglicht, per Einhusten in das Smartphone eine Fern-Diagnose über eine mögliche Lungenerkrankung zu stellen, zeigt die Tragweite der Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven.

Dr. Lars Greitsch, Geschäftsführer der Mecklenburger Metallguss GmbH in Waren gab Einblicke in das Traditionsunternehmen, in die Umsetzung analoger Produkte in digitale Prozesse – beispielsweise bei aufwändigen optischen Messverfahren, digitaler Oberflächenbehandlung oder in realitätsnah simulierten Funktionstests. Die Dimensionen der Antriebsschrauben für Container-, Tanker- und Kreuzfahrtschiffe erfordern Präzision. Passgenau gegossen sind die individuellen Antriebsschrauben nach Herstellung nicht veränderbar. Das erfordert im Vorfeld aufwändige Simulationen, um beispielsweise das Strömungsverhalten zu testen. Erfolgte dies bisher in Modellgrößen 30:1, können digitale Lösungen dies und viele weitere Funktionalitäten realitätsecht darstellen.

Fazit

Allen Praxisbeispielen gemein war, dass die Unternehmen der Region durchaus mit dem Thema Digitalisierung vertraut sind, hier bereits beeindruckende Ergebnisse vorweisen können – bezüglich der Unternehmensentwicklung, der Erschließung neuer Geschäfts-, Anwendungs- und Kundenbereiche und der Lösung von sehr realen Problemen wie dem Fachkräftemangel. Deutlich wurde aber auch, dass im Bereich Digitalisierung in der Seenplatte noch vieles getan werden muss, um gerüstet zu sein für die digitale Zukunft. Hierbei unterstützt die Wirtschaftsförderung ab sofort unter anderem mit der Expertise eines unabhängigen Wirtschafts- und Fachberaters Digitalisierung.

Dokumentation Führung neu Denken

Führung neu denken – Impulse aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wie verändert die Digitalisierung Handwerk, Industrie und Handel? Welche Herausforderungen gibt es und wie sind sie zu meistern? Beim jährlichen „Wirtschaftstag“ der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg ging es am 14. November 2017 um diese und viele weitere Fragen – nicht zuletzt um ein neues Verständnis von Führung und Kommunikation im Zeichen des digitalen Wandels. Die ausführliche Dokumentation können Sie hier als PDF einsehen und herunterladen

4.0: Fluch und der Segen?

„Digitalisierung? Das bedeutet, die Zeit läuft immer schneller und das Tempo zieht beständig an,“ so beschreibt einer der Teilnehmer des Wirtschaftstages seine aktuelle Situation. Zu Recht. Denn in der Tat müssen Entscheidungen deutlich rasanter getroffen, neue Kommunikationskanäle und -plattformen beständig neu „bespielt“ und interne Prozesse kontinuierlich angepasst werden. Parallel wächst die Informationsflut über neue soziale Medien und Netze und selbst „alte Hasen“ müssen sich von Greenhorns und Jungspunden die virtuelle Branchen-Welt neu erklären lassen.

Fit für den digitalen Wandel

Solche Herausforderungen anzunehmen, fällt nicht immer leicht. Aber es geht! Sehr gut sogar, wenn alle Akteure offen und neugierig auf Veränderungen zugehen, andere an Neuerungen teilhaben lassen und neue Formen des Miteinanders entwickeln. Diese Erfahrung haben wir als Vertreter der bundesweit aktiven Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation im Dia­log mit mittelständischen Unternehmen immer wieder machen dürfen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, kleine und mitt­lere Unternehmen fit für den digitalen Wandel zu machen und ihnen auf dem Weg zu individuellen Digitalisierungszielen beratend zu Seite zu stehen.

Digitalisierung braucht Impulse

In der Schlossberghalle in Wehingen haben wir viele neue Perspektiven und Ansätze aus der Praxis diskutieren und austauschen können. Von Ihren Erfahrungen zu lernen, hat uns bereichert und große Freude gemacht. Dafür schon an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Technik und Theorie sind nicht alles

Um Führung neu denken und innovative Geschäftsmodelle voranbringen zu können, bedarf es mehr als blanker Theorie und Technik. Der Erfolg des digitalen Wandels wird von Menschen und ihren kreativen Ideen bestimmt. Darauf sollten wir uns bei allen Fragen rund um die Digitalisierung immer wieder besinnen. Denn ganz gleich, wie wir auf anstehende Verän­derungen reagieren: Aufzuhalten ist die digitale Zukunft nicht, und jeder, der in einem Unternehmen Verantwortung trägt, wird diese neue Herausforderung gemeinsam mit anderen zu meistern haben. In diesem Sinne freuen wir uns auf viele weitere fruchtbare Dialoge.

blended-learning

Führungskräftetraining per Blended Learning

Die Prozesse zu ihren Kunden- und Lieferanten zu digitalisieren und damit zu verbessern – darum ging es 15 TeilnehmerInnen des Blended-Learning-Kurses »Digitalisierung in der unternehmensübergreifenden Logistik« mit Kick-off im September in Hamburg.

Seminar-Kick-off

Blended-learning: Kick off

Zum Kick-off am 26. September 2017 in der Handelskammer trafen sich 15 Führungskräfte aus Logistik-, Produktions- und Beratungsunternehmen sowie die Moderatoren, um gemeinsam in den zweieinhalbwöchigen Blended-Learning-Kurs zur „Digitalisierung in der unternehmensübergreifenden Logistik“ zu starten. Nach dem dreistündigen Kick-off waren die Teilnehmenden nicht nur organisatorisch gut auf den Kurs vorbereitet, es gab bereits regen fachlichen Austausch und Neugierde auf den nun folgenden moderierten, zweiwöchigen Online-Teil des Kurses.

Der zweiwöchige Online-Teil

Blended learning - verknüpfung von Lernen in Präsenz und Online

Auf der Lernplattform www.spoc-mittelstand.digital erwartete die TeilnehmerInnen Lernmaterial zu Themen der Digitalisierung in der unternehmensübergreifenden Logistik. So berichtete ein Standortleiter eines mittelständischen Logistikdienstleisters in Videobeiträgen, wie er die Digitalisierung in seinem Unternehmen in kleinen Schritten vorantreibt. Ein Fachexperte eines mittelständischen Dienstleisters zeigte anhand von Kundenprojekten, wie Daten- und Informationenflüsse unternehmensübergreifend digitalisiert werden können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten in Aufgaben Ihren Lernfortschritt prüfen und festigen.

Das Lernmaterial auf der Plattform wurde ergänzt um Telefon- und Webkonferenzen. Unter anderem berichtete ein externer Spezialist über die digitale Anbindung von Logistikprozessen an Kurier-, Express- und Paketdienstleistern und beantwortete die Fragen der Teilnehmenden.

Die Online-Abschlussveranstaltung

Eine Abschlusswebkonferenz blickte auf den Kursverlauf und den Lernfortschritt der TeilnehmerInnen zurück und lieferte einen weiteren fachlichen Impuls zu den nächsten Schritten auf dem Weg zur Digitalisierung der unternehmensübergreifenden Logistik.

Die Experten-Community

In einer „Experten-Community“ kommen nun Teilnehmende aller bisher durchgeführte Kurse zusammen, um sich kontinuierlich zur Digitalisierung der unternehmensübergreifenden Logistik auszutauschen.

Die TeilnehmerInnen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Kursangebot und Kurskonzept. So kam das persönliche Kennenlernen zu Beginn des Kurses gut bei den Teilnehmenden an. Die schrittweise Darstellung von Inhalten überzeugte. Außerdem berichteten Teilnehmende, dass die Kursstruktur zum Überdenken der Handlungsweisen im Unternehmen anregte. Ein positives Fazit zogen auch die Veranstalter der Mittelstand 4-0-Agentur Kommunikation und des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum und nahmen bereits eine intensivere Zusammenarbeit ins Visier.

Haben auch Sie Interesse an einer gemeinsamen Umsetzung des Blended Learning-Kurses in Ihrer Region oder möchten mehr über das Blended Learning erfahren? Kontaktieren Sie uns oder nehmen Sie an unseren Webinaren zum Blended Learning teil!

Kontakt: Stephan Hofmann, Hochschule Flensburg, Telefon: 0461 805 1341

Termine hier und auf www.spoc-mittelstand.digital

Weiterbildung ohne Anwesenheitspflicht: Betriebsberater lernen, Webinare zu organisieren

15 betriebliche Berater der Handwerkskammern lernten in einem zweitägigen Praxisseminar, was Webinare sind und Werkzeuge kennen, mit denen man diese Online-Lerneinheiten gestalten kann. Die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe veranstalteten dieses Seminar beim Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik in Oldenburg.

Agenda

Am ersten Tag vermittelten die Referenten die Grundlagen. Die Teilnehmer lernten weit verbreitete Werkzeuge für die Durchführung von Webinaren kennen. Sie nahmen selbst praktisch an einem Webinar teil und lernten schließlich Tipps und Tricks der Organisation und Durchführung von Webinaren kennen.

Am zweiten Tag bereiteten die TeilnehmerInnen eine Präsentation für ein Webinar vor. Sie hielten eine Online-Präsentation in einem Webinar und reflektierten anschließend ihre Erfahrungen.

Fazit der Veranstaltung

Viele der Teilnehmer hatten bereits an einem oder mehreren Webinaren teilgenommen, aber nur wenige waren bereits als Referent in einem Webinar aktiv. Insbesondere das Erleben sowie Ausprobieren eines Webinars war für sie von großem Wert. Auch der Erfahrungsaustausch untereinander wurde als sehr positiv wahrgenommen.

Die Diskussion über die Durchführung von Webinaren zeigte folgende Aspekte:

  1. Die Teilnehmer sehen vor allem technische Probleme sowie den Umgang dem Webinar-Tool als möglichen Stolperstein. Die Nutzeroberfläche der Anwendung muss möglichst intuitiv gestaltet sein.
  2. Ein weiterer wichtiger Aspekt für ein Gelingen eines Webinars ist aus Sicht der Teilnehmer die Gestaltung der Präsentation: sie soll flüssig klingen, spannend und zielgruppengerecht gestaltet sein sowie zum Mitmachen motivieren.
  3. Durch eine Co-Moderation, die den Chat beobachtet, kann der Referent entlastet werden.

Bezüglich der Seminarinhalte wünschten sich die Betriebsberater mehr vertiefende Details zu den technischen Voraussetzungen sowie Sicherheitsaspekte. Ebenso gab es viele Nachfragen zu weiteren möglichen Tools für ein interaktives Webinar.

Insgesamt waren die Teilnehmer zufrieden mit der Veranstaltung. Das Interesse am Thema zeigt, dass ein erster Impuls gesetzt werden konnte. Mittels einer Online-Plattform wurde die Möglichkeit gegeben nach dem Praxisseminar offene Fragen, die während der eigenen Umsetzung auftauchen, zu stellen und sich auszutauschen.

Hintergrund: Was sind Webinare?

Webinare sind live über das Internet durchgeführte Seminare. Sie unterstützen die digitale Wissensvermittlung, indem sie zu einer bestimmten Zeit, aber ortsunabhängig durchgeführt werden. Als Voraussetzung für die Teilnahme bzw. Durchführung eines Webinars benötigt man eine stabile Internetverbindung mit hoher Bandbreite, einen Computer oder ein Tablet, ein Headset und ggf. eine Webcam. Die Teilnehmergruppe kann mit Hilfe von Webinaren die betriebliche Beratung mit Unternehmen aus verschiedenen Regionen schnell durchführen, da sie unabhängig vom Standort organisiert werden kann.

Weitere Publikationen zum Thema

Leitfaden: Wie gestaltet man ein Webniar? Leitfaden „Webinare“ herunterladen

Übersicht über Anbieter von Webinaren: Leitfaden Webinare: „Webinar-Anbieter im Überblick“ herunterladen

Praxisbericht „Konzeption und Durchführung von Webinaren“ herunterladen

Diskussionsrunde

Was muss eine IHK künftig für den digitalen Wandel bieten?

Wie muss eine Kammer sich im digitalen Wandel künftig aufstellen? Nur eine von vielen Fragestellungen, denen sich die Industrie-und Handelskammern Leipzig, Chemnitz und Dresden unter Anleitung der Mittelstand 4.0-Agenturen Kommunikation und Prozesse stellten – erste Schritte auf dem Weg zur Kammer 4.0?

In jeweils zweistündigen Workshops, vorbereitet und durchgeführt von den Mittelstand 4.0-Agenturen Kommunikation und Prozesse, setzten sich Vertreter der IHKs und weiterer wirtschaftsnaher Akteure in Leipzig, Chemnitz und Dresden intensiv mit folgender Fragestellung auseinander: Wie können Unternehmen noch besser für den digitalen Wandel begeistert werden dabei unterstützt werden?
Praktische Tipps vermittelte Prof. Dr. Thomas Thiessen, Konsortialleiter der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, in seinem Impulsvortrag „In 5 Schritten zur Digitalisierung“ (Leitfaden zum Download als PDF).

Prof. Dr. Thomas Thiessen

Quelle: Danny Kensa

Am Beispiel der 3 Köche GmbH aus Berlin nahm Thiessen die Teilnehmer mit auf eine digitale Transformationsreise. Von der

  • Bestandsaufnahme des aktuellen Digitalisierungsgrades und
  • einer Eingrenzung des wichtigsten Handlungsbedarfs über
  • die Ermittlung des technischen und personellen Bedarfn sowie
  • der notwendigen Klärung von Kosten und Finanzierung,

konnten Zuhörer die abschließende Umsetzungsplanung für konkrete Digitalisierungsmaßnahmen des Unternehmens intensiv nachvollziehen.

Im anschließenden Dialogforum tauschten sich die Teilnehmer unter Anleitung von Danny Kensa, Methoden-Trainer der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, in einem „World-Café“ über die vielfältigen Fragestellungen von kleinen und mittleren Unternehmen zum digitalen Wandel aus. Gemeinsam wurden Möglichkeiten erarbeitet, wie IHKs heute und zukünftig Antworten liefern und Unternehmen konkret mit Informationen und Services unterstützen können. Die zentrale Fragestellung hier war:

„Was müssen wir bieten, um kleine und mittlere Unternehmen auch künftig bei deren digitaler Transformation unterstützen zu können?“

Eine wesentliche, wenn auch nicht überraschende Erkenntnis eint alle Akteure: Die IHKs selbst müssen sich dem digitalen Wandel stellen, beispielhaft vorangehen, neue (Kommunikations-) Methoden und digitale Werkzeuge einsetzen, Praxisbeispiele und -erfahrungen anbieten. Dass die sächsischen IHKs hier bereits gut gerüstet sind, zeigen die differenzierten Arbeitsergebnisse und Diskussionsrunden sowie die Offenheit und Bereitschaft zur kontinuierlichen Wissenserweiterung.

„Unsere Unterstützungsangebote zur fachlichen und methodischen Kompetenzerweiterung bezüglich der digitalen Transformation werden durch die IHKs und viele weitere Akteure intensiv genutzt. So gelingt es uns immer besser, Potenziale zu heben und Synergien zu nutzen, die den Unternehmen unmittelbar zu Gute kommen!“,

zieht Janek Götze, Projektmanager der Mittelstand 4.0-Agentur Prozesse bei der IHK Chemnitz, sein Fazit.

Virtuelle Realität: Potenziale für den Mittelstand

„Die Gefühle, die mittels einer Situation in der Virtuellen Realität hervorgerufen werden, sind so intensiv, als erlebe man es in der Realität“, sagt Maren Courage. Sie ist eine der Gründerinnen des VR Business Clubs, der zusammen mit der Internetagentur SinnerSchrader AG und der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation zum VR Business Club nach Frankfurt am Main eingeladen hatte. „Wenn ich Leute mit Datenbrille, die vollkommen in die virtuelle Realität eingetaucht sind, über ein schwebendes Seil laufen lasse, trauen sich die meisten trotzdem nicht loszugehen, obwohl sie wissen, dass sie in der Realität gerade mit zwei Füßen auf dem Teppich stehen.“

Ziel der Veranstaltung war es, Anbieter und potenzielle gewerbliche Nutzer von Virtueller Realität (VR), Erweiterter Realität (Augmented Reality, AR) und Vermischter Realität (Mixed Reality) zu vernetzen. Es sollten möglichst viele Anwendungsszenarien gezeigt und gemeinsam entwickelt werden. Klar wurde, dass die virtuellen Möglichkeiten die Fabriken und Büros, also die meisten Arbeitsplätze verändern werden.

„Wann kann ich mich schon mal unter einen Roboterarm legen und schauen, was dort genau passiert?“, fragte Daniel Wolff. Damit wollte der Leiter der inpro Innovationsgesellschaft für fortgeschrittene Produktionssysteme in der Fahrzeugindustrie mbH während seines Vortrags verdeutlichen, welches Potenzial die Planung von Fabriken mit Hilfe von Virtueller Realität (VR) birgt.

VR und AR in der Schulung

Auch bei Schulung von Mitarbeitern könne das Eintauchen in die potenzielle Arbeitsumgebung hilfreich sein: „Was passiert, wenn ich ein bestimmtes Teil fallen lasse, das jedes Mal 500 Euro kostet? Oder bei gefährlichen Tätigkeiten: Man kann Warnen, was passiert, wenn ich den Kran nicht sicher genug aufstelle. Aber wenn ich einmal in der Virtuellen Situation erlebe, wie es ist, wenn der Kran umfällt, ruft das Gefühle hervor, die mich hinterher nicht mehr leichtsinnig handeln lassen“, sagt Daniel Wolff.

Bildergalerie: 

Möglichkeiten der Fernwartung

Nicht gleich komplett in die Virtuelle Realität eintauchen möchten viele Mittelständler. Diese können aber beispielsweise Serviceleistungen beschleunigen, vereinfachen, kundenfreundlicher gestalten, wenn sie Wartungsleistungen per Erweiterter Realität auch aus der Ferne erbringen können. Der Technikexperte in der Zentrale sieht auf seinem Bildschirm die vor Ort gefilmte Situation und gibt dem Kollegen aus der Ferne Hinweise, welche Schritte er in Detail ausführen soll.

Wartung 4.0: Die Mittelstand 4.0-Agentur Prozesse hat die Broschüre „Digitale Wartung und Instandhaltung – Grundlagen und Anwendungsbeispiele“ veröffentlicht: http://www.prozesse-mittelstand.digital/images/PDF/Broschuere_Digitale_Wartung_und_Instandhaltung.pdf

Zukunft der Ausbildung

Die rund 30 Teilnehmer aus den Branchen Steuerberatung, Rechtsanwälte, Feinoptiker, Elektrotechnik, Industrie, VR/AR-Anbieter, Weiterbildung, Buchhandel, Handwerk, Sondermaschinenbau, Automotive, Kommunikation, Software diskutierten zu Abschluss, welche Auswirkungen VR- und AR-Anwendungen auf die künftige Ausbildung haben könnte.

Folgende Technologien konnten die Teilnehmer ausprobieren:

1. Nils und Sven Arnold, Gründer der Adtance GmbH & Co. KG mit Sitz in Wald-Michelbach im Odenwald stellten Augmentend Reality-Support-Lösungen mit Smartphones, Smartglasses und  Augmented Reality-Brillen vor.

2. Die Inhaber Philip Hausmeier und Carl White von „Meshicon“ aus Berlin stellten Anwendungen mit der HoloLens von Microsoft vor.

3. Der Leipziger PC-Hersteller Schenker Technologies GmbH stellte ein VR-Kundenprojekt mit der Datenbrille für die Automobilindustrie vor.

Die Initiatoren

„Industrie, Handel und Verwaltung stehen in Zukunft vor einer tief greifenden Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch im Mittelstand greift der Wandel und es werden bereits vielfältige Anwendungen mit VR- und AR-Technologien produziert,“ sagt VR Business Club Gründerin Maren Courage.

Zusammen mit Oliver Autumn hat sie das Netzwerk gegründet. Warum? „Noch befinden sich die Technologien der Virtuellen Realität (VR) und der erweiterten Realität (AR) in Deutschland in den Anfängen, allerdings nimmt das Thema in der deutschen Wirtschaft immer mehr an Fahrt auf“ sagt Oliver Autumn.

VR- und AR-Potenzial ermittelt und dargestellt von Goldman Sachs Research:

Den methodischen Werkzeugkoffer aufgefüllt

Die Wirtschaftsförderung wir4 für Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg und das Interreg VA-Projekt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung haben die Methodenschulung der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation genutzt.

Der digitale Wandel fordert, darüber nachzudenken, wie man Bekanntes in die digitale Welt transportieren und transformieren kann. Das klappt nicht besonders gut mit „alten“ Methoden und Denkmustern. Wie neue funktionieren, zeigten Danny Kensa und Heinz Rohde von der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation im kostenfreien Workshop „Innovationen fördern und begleiten“ mit den regionalen Akteuren in Moers.

Die Frage, die sich Fachberater und Multiplikatoren aus Wirtschaftsförderungen, Industrie- und Handelskammern oder Branchenverbänden stellen lautet:

„Wie können wir unsere kleinen und mittleren Mitgliedsunternehmen unterstützen, sich aktiv mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen und die Herausforderungen anzunehmen?“

„Ein wertvolles Handwerkzeug für die Beantwortung der Frage sind praxisorientierte Wissenstransferformate“, sagt Methoden-Experte Danny Kensa. Diese ermögliche es Unternehmen und den Veranstaltern selbst, sich praxisbezogen und ganz konkret mit den betrieblichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und individuelle Ideen für digitale Lösungen zu finden.

Am Vormittag erprobten die Teilnehmer unter Anleitung von Danny Kensa die Wissenstransfer-Methoden World-Café, Open Space und F**kUp sowie die Diskussionsmethode Fishbowl zur Lösung realer Probleme. Als Multiplikatoren haben sie damit das Know-how gewonnen, diese Methoden selbst in Workshops anzuleiten.

Am Mittag lernten die Teilnehmer von Heinz Rohde die Methoden „Value Proposition“ und „Business Model Canvas“ und können nun auch diese zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in Arbeitskreisen selbst einsetzen.

„Es war wirklich ein wertvoller Tag: direkte Umsetzung und praktische Anwendung. Auch das Netzwerken kam nicht zu kurz“, sagte Brigitte Jansen, Vorstand der Wirtschaftsförderung wir4, als Fazit.

digital_real: „Auf ein Digitalisierungsprojekt folgt meistens das nächste“

Was passiert im Unternehmen, wenn man den Schritt in Richtung Digitalisierung unternimmt? Was bedeutet das für Mitarbeiter und Kunden? Mehr als 70 Teilnehmer haben sich am 13. Juli 2017 beim A³-Wirtschaftsdialog „digital_real“ bei der Wipfler Fenster + Fassaden GmbH im bayrisch-schwäbischen Zusmarshausen-Wörleschwang getroffen, um aus erster Hand zu erfahren, wie kleine und mittlere Unternehmen ihre ersten Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht haben.

In Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Wirtschaftsraums A³ hat die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation gefragt: „Welche Chancen und Möglichkeiten bietet die Digitalisierung für den Mittelstand?“ Prof. Dr. Thomas Thiessen, Konsortialleiter der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, verfolgte als Moderator einen roten Faden: Was treibt Unternehmer an, die sich mit Digitalisierung beschäftigen? Was begünstigt den Antrieb, was können Stolpersteine sein?

Zwei Unternehmen stellten ihre Geschichte vor und waren sich einig: Beginnt man ein Digitalisierungsprojekt, folgt schon bald das nächste!

1. Digitalisierung macht größere Auftragsvolumina möglich: Der Gastgeber der Veranstaltung Armin Nuffer, Geschäftsführer der Wipfler Fenster + Fassaden GmbH, berichtete: „Wir sind noch lange nicht fertig, wir stecken mittendrin im Prozess der Digitalisierung.“ Lesen Sie den Digitalisierungsbericht des Handwerksunternehmens hier: https://kommunikation-mittelstand.digital/ein-fensterhersteller-in-der-digitalen-transformation/

2. Digitalisierte Kundenkommunikation: Catrin Graf hat den Kundenservice ihres Unternehmens Graf-Dichtungen GmbH mit Sitz in München und zwei Filialen in Berlin mittels digitaler Kommunikation verändert. Die digitale Transformation der internen und externen Kommunikation ist in vollem Gange, bereits die erste Maßnahme brachte einen großen Erfolg: „Im Jahr 2005, als ich den Online-Shop eingeführt habe, steigerte sich unser Umsatz um 35 Prozent“, berichtet Graf. Lesen Sie das Praxisbeispiel des Herstellers und Händlers von Dichtungen hier: https://kommunikation-mittelstand.digital/graf-dichtungen-gmbh-ein-kleines-unternehmen-digitalisiert-die-interne-und-externe-kommunikation/

Neben den Praxisbeispielen konnten sich die Teilnehmer bei Experten informieren: Georg Höllthaler http://kompetenzzentrum-augsburg-digital.de/kontakt/ vom neu gegründeten „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg“ zeigte, wie das Projekt kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen beim Einstieg in die Digitalisierung unterstützend und kostenfrei informiert. Das Kompetenzzentrum ist – ebenso wie die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation – Teil der BMWi-Initiative „Mittelstand digital“ https://www.mittelstand-digital.de/ .

  1. Augmented Reality: Die Kommunikationsagentur Elfgenpick mit Sitz in Augsburg zeigte vor Ort die Möglichkeiten von Erweiterter Realität (AR). Beispiel: Eine Imagebroschüre beinhaltet auch virtuelle Inhalte, die nach dem Scan mit dem Tabletcomputer erscheinen https://www.elfgenpick.de/de/werbeagentur-augsburg/wenn-buecher-laufen-lernen-augmented-reality-fuer-kontron-imagebroschuere . Bei der Wartung von Maschinen können AR plus Datenbrille eingesetzt werden: https://www.elfgenpick.de/de/werbeagentur-augsburg/augmented-reality-applikation-im-bereich-installing-assembling-oder-repairing

Rolle der Wirtschaftsförderung:

Im Wirtschaftsraum Augsburg gibt es viele Angebote für Unternehmen: „Wir helfen gerne dabei, einen Überblick zu verschaffen und den richtigen Anknüpfungspunkten oder Beratung für Sie zu finden“, sagte Andreas Thiel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Regio Augsburg Wirtschaft GmbH.

Fazit von Moderator Thomas Thiessen:

Die Veranstaltung hat mir persönlich nochmal deutlich gemacht, dass die Digitalisierung in kleinen Schritten und in Kernprozessen initiiert werden kann, um dann nach und nach eine operative Dynamik zu entwickeln, ohne jemals „fertig“ zu sein.

Diese Dynamik zeigt sich bei der Wipfler Fenster + Fassaden GmbH in beindruckender und zugleich beruhigender Weise. Fertige Patentlösungen gibt es nicht. Es gibt nur individuelle Anforderungen an die Digitalisierung, jeweils höchst differenziert nach Branche und Unternehmen.

Die Kommunikationsagentur Elfgenpick beispielsweise nutzt die Chancen der Digitalisierung für sich als Transformationsprozess hin zu einem Kreativdienstleister mit Virtual/ Augemented Reality-Kompetenz. Elfgenpick erschließt sich damit neue Märkte, die sich so für andere Branchen nicht anbieten. Dort gibt es jeweils andere Potenziale.

Allerdings gibt es eine Art „Roten Faden“, ein grundsätzliches Vorgehensmodell, an dem sich ein mittelständisches Unternehmen unter seinen Bedingungen orientieren kann.

 

Und alle Unternehmen verbindet zusätzlich, dass es ohne Partizipation nicht geht. Mir ist gerade am Beispiel der Graf-Dichtungen GmbH erneut deutlich geworden, dass die strukturierte Einbindung der Führungskräfte, Mitarbeiter Kunden und Lieferanten in den Digitalisierungsprozess ein entscheidender Faktor für das Gelingen ist.

Die Unternehmenskulturen ändern sich. Das ist Fakt. Kommunikation, Qualifizierung, Transparenz, ein gemeinsames Zielbild: alles das hilft dabei, Motivation und Akzeptanz zu schaffen.

Die wertvollen Beiträge aus dem Publikum zeigen, dass es sich absolut lohnt, in den Digitalisierungsdialog zu treten, sich zu vernetzen, sich gegenseitig zu inspirieren und inspirieren zu lassen.