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Weiterbildung ohne Anwesenheitspflicht: Betriebsberater lernen, Webinare zu organisieren

15 betriebliche Berater der Handwerkskammern lernten in einem zweitägigen Praxisseminar, was Webinare sind und Werkzeuge kennen, mit denen man diese Online-Lerneinheiten gestalten kann. Die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe veranstalteten dieses Seminar beim Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik in Oldenburg.

Agenda

Am ersten Tag vermittelten die Referenten die Grundlagen. Die Teilnehmer lernten weit verbreitete Werkzeuge für die Durchführung von Webinaren kennen. Sie nahmen selbst praktisch an einem Webinar teil und lernten schließlich Tipps und Tricks der Organisation und Durchführung von Webinaren kennen.

Am zweiten Tag bereiteten die TeilnehmerInnen eine Präsentation für ein Webinar vor. Sie hielten eine Online-Präsentation in einem Webinar und reflektierten anschließend ihre Erfahrungen.

Fazit der Veranstaltung

Viele der Teilnehmer hatten bereits an einem oder mehreren Webinaren teilgenommen, aber nur wenige waren bereits als Referent in einem Webinar aktiv. Insbesondere das Erleben sowie Ausprobieren eines Webinars war für sie von großem Wert. Auch der Erfahrungsaustausch untereinander wurde als sehr positiv wahrgenommen.

Die Diskussion über die Durchführung von Webinaren zeigte folgende Aspekte:

  1. Die Teilnehmer sehen vor allem technische Probleme sowie den Umgang dem Webinar-Tool als möglichen Stolperstein. Die Nutzeroberfläche der Anwendung muss möglichst intuitiv gestaltet sein.
  2. Ein weiterer wichtiger Aspekt für ein Gelingen eines Webinars ist aus Sicht der Teilnehmer die Gestaltung der Präsentation: sie soll flüssig klingen, spannend und zielgruppengerecht gestaltet sein sowie zum Mitmachen motivieren.
  3. Durch eine Co-Moderation, die den Chat beobachtet, kann der Referent entlastet werden.

Bezüglich der Seminarinhalte wünschten sich die Betriebsberater mehr vertiefende Details zu den technischen Voraussetzungen sowie Sicherheitsaspekte. Ebenso gab es viele Nachfragen zu weiteren möglichen Tools für ein interaktives Webinar.

Insgesamt waren die Teilnehmer zufrieden mit der Veranstaltung. Das Interesse am Thema zeigt, dass ein erster Impuls gesetzt werden konnte. Mittels einer Online-Plattform wurde die Möglichkeit gegeben nach dem Praxisseminar offene Fragen, die während der eigenen Umsetzung auftauchen, zu stellen und sich auszutauschen.

Hintergrund: Was sind Webinare?

Webinare sind live über das Internet durchgeführte Seminare. Sie unterstützen die digitale Wissensvermittlung, indem sie zu einer bestimmten Zeit, aber ortsunabhängig durchgeführt werden. Als Voraussetzung für die Teilnahme bzw. Durchführung eines Webinars benötigt man eine stabile Internetverbindung mit hoher Bandbreite, einen Computer oder ein Tablet, ein Headset und ggf. eine Webcam. Die Teilnehmergruppe kann mit Hilfe von Webinaren die betriebliche Beratung mit Unternehmen aus verschiedenen Regionen schnell durchführen, da sie unabhängig vom Standort organisiert werden kann.

Weitere Publikationen zum Thema

Leitfaden: Wie gestaltet man ein Webniar? Leitfaden „Webinare“ herunterladen

Übersicht über Anbieter von Webinaren: Leitfaden Webinare: „Webinar-Anbieter im Überblick“ herunterladen

Den methodischen Werkzeugkoffer aufgefüllt

Die Wirtschaftsförderung wir4 für Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg und das Interreg VA-Projekt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung haben die Methodenschulung der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation genutzt.

Der digitale Wandel fordert, darüber nachzudenken, wie man Bekanntes in die digitale Welt transportieren und transformieren kann. Das klappt nicht besonders gut mit „alten“ Methoden und Denkmustern. Wie neue funktionieren, zeigten Danny Kensa und Heinz Rohde von der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation im kostenfreien Workshop „Innovationen fördern und begleiten“ mit den regionalen Akteuren in Moers.

Die Frage, die sich Fachberater und Multiplikatoren aus Wirtschaftsförderungen, Industrie- und Handelskammern oder Branchenverbänden stellen lautet:

„Wie können wir unsere kleinen und mittleren Mitgliedsunternehmen unterstützen, sich aktiv mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen und die Herausforderungen anzunehmen?“

„Ein wertvolles Handwerkzeug für die Beantwortung der Frage sind praxisorientierte Wissenstransferformate“, sagt Methoden-Experte Danny Kensa. Diese ermögliche es Unternehmen und den Veranstaltern selbst, sich praxisbezogen und ganz konkret mit den betrieblichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und individuelle Ideen für digitale Lösungen zu finden.

Am Vormittag erprobten die Teilnehmer unter Anleitung von Danny Kensa die Wissenstransfer-Methoden World-Café, Open Space und F**kUp sowie die Diskussionsmethode Fishbowl zur Lösung realer Probleme. Als Multiplikatoren haben sie damit das Know-how gewonnen, diese Methoden selbst in Workshops anzuleiten.

Am Mittag lernten die Teilnehmer von Heinz Rohde die Methoden „Value Proposition“ und „Business Model Canvas“ und können nun auch diese zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in Arbeitskreisen selbst einsetzen.

„Es war wirklich ein wertvoller Tag: direkte Umsetzung und praktische Anwendung. Auch das Netzwerken kam nicht zu kurz“, sagte Brigitte Jansen, Vorstand der Wirtschaftsförderung wir4, als Fazit.

Praxisbeispiel-H&R

Den digitalen Wandel anpacken: H&R GmbH

Mit Unterstützung der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation hat die H&R GmbH einen „Teamtag Digitalisierung“ durchgeführt, in dessen Zentrum der Austausch der Mitarbeiter in einem World-Café stand. Ausdrücklich erwünscht und erlaubt war hier neben dem gemeinsamen Erarbeiten konkreter Digitalisierungs-Ideen auch die Diskussion über Wünsche, Vorbehalte und Ängste der Teilnehmer.

Die Digitalisierung als Veränderung eines Unternehmens wird umso besser funktionieren, je größer die Akzeptanz dafür bei den Mitarbeitern ist. Die möglichst frühzeitige Einbindung  von Mitarbeitern aller Ressorts und Hierarchiestufen in den Veränderungsprozess legt hierfür einen Grundstein.

Herausforderungen im Unternehmen

Der Unternehmer steht vor der Herausforderung, dass er keinen Überblick über aktuelle und „reife“ Technologien (zum Beispiel additive Fertigungsverfahren oder RFID-gestützte Warenstrom-Verfolgbarkeit) hat, die sich im Rahmen der finanziellen, personellen und organisatorischen Ressourcen überhaupt für sein Unternehmen eignen würden. Weiterhin kann der Unternehmer schwer einschätzen, wie sein Team der Digitalisierung emotional gegenüber steht. Werden dadurch vielleicht erst Ängste vor dem Verlust des Arbeitsplatzes (Stichworte Roboterisierung, Automation) oder, gerade bei den älteren Mitarbeitern, Ängste vor steigender Technisierung geweckt, die dem Unternehmen am Ende mehr schaden als nutzen?

„Teamtag Digitalisierung“

Innerhalb der Arbeitszeit, jedoch bewusst außerhalb der täglichen Arbeitsumgebung (out-of-the-box), traf sich das gesamte Team in einem Tagungshotel; Kaffee, Getränke und kleine Snacks standen bereit. Nach der Eröffnung durch den Inhaber legte die Junior-Chefin mit einem sehr greifbaren Kurzvortrag über die Chancen, Potenziale und Notwendigkeiten der digitalen Transformation für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens den inhaltlichen Grundstein für den Workshop.

Im anschließenden „World-Café“ tauschten sich die Teilnehmer in zufällig zusammengesetzten kleinen Gesprächsrunden an drei Thementischen zu den vorbereiteten Leitfragen aus.

  • Was verstehe ICH unter “Digitalisierung“? Was bedeutet sie für MICH?
  • Wo im Unternehmen kann uns „Digitalisierung“ gezielt helfen?
  • Wenn ich mir was wünschen dürfte … (Wie sollte unser digitales Unternehmen aussehen?)

Praxisbeispiel „Den digitalen Wandel anpacken: H&R GmbH“ herunterladen

World Café

Bedarfsanalyse-Workshop als World-Café

Rund 50 UnternehmerInnen nahmen an einem etwas anderen Workshop teil. Eingebettet in Kurzvorträge und Praxisberichte tauschten sie sich in einem sogenannten „World-Café“ aus.

Ein World-Café bietet den Gästen einen Rahmen, um themenbezogen in den intensiven Diskurs in kleinen Gruppen einzutreten sowie unterschiedliche Meinungen, Ideen und Impulse miteinander zu verknüpfen. Anhand vorbereiteter Leitfragen wurden so individuelle Unterstützungsbedarfe zum Thema Industrie 4.0 und Erwartungshaltungen an das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 „Mit uns digital“ erarbeitet.

3 Fragen – drei Phasen

Die drei vorbereiteten Fragen

  1.  „Für mich ist / bedeutet Digitalisierung …“,
  2. „Vom Kompetenzzentrum erwarte ich mir …“
  3. „Ich benötige Unterstützung bei …“

wurden an drei Tischen durch drei zufällig zusammengesetzte Arbeitsgruppen diskutiert. Jeder Teilnehmer schrieb seine individuellen Gedanken auf ein gemeinsames Arbeitspapier. Sehr schnell entwickelten sich hieraus intensive Gespräche und weitere Ideen innerhalb der Gruppe.

Nach jeweils 15 Minuten wurde die Gruppenarbeit beendet, und die Teilnehmer fanden sich in neuen zufälligen Kleingruppen an den anderen Tischen ein – hier konnten die bisher erarbeiteten Ergebnisse der Vorgruppe entweder weiter verfeinert oder um gänzlich neue Aspekte und Impulse ergänzt werden.

Nach den drei Gruppenphasen fand sich auf allen Arbeitspapieren eine Vielzahl von Ergebnissen wieder, die sehr eindrucksvoll die Komplexität als auch Individualität des Megatrends Digitalisierung für KMU belegen. Zur besseren Übersichtlichkeit wurden abschließend, gemeinsam mit den Teilnehmern, die Kerngedanken aus den Gruppenarbeiten abgeleitet.

Die Ergebnisse im Überblick:

(1) Kerngedanken „Für mich ist / bedeutet Digitalisierung …“

Digitalisierung ist für KMU grundsätzlich sehr ambivalent besetzt – bewegen sich permanent im Spannungsfeld zwischen Chancen (neue Geschäftsmodelle, höhere Prozess-Geschwindigkeit und Effizienzsteigerung) und schwer abschätzbaren Risiken (Verantwortung für Daten, Kontrollverlust und sich wandelnde Arbeits- und Kommunikationskultur).

(2) Kerngedanken „Vom Kompetenzzentrum erwarte ich mir …“

KMU erwarten praxistaugliche Anschauungsbeispiele und konkrete Rahmenbedingungen (Standards, Richtlinien, Methoden), idealerweise basierend auf konkreten Erfahrungen anderer Unternehmen. Große Bedeutung wird der modernen Aus- und Weiterbildung zur Vorbereitung und Mitnahme der Fach-, Führungs- und Nachwuchskräfte beigemessen.

(3) Kerngedanken „Ich benötige Unterstützung bei …“

Die Bewertung der vorhandenen Infrastruktur sowie des Kompetenzgefüges der Belegschaft fällt KMU nicht leicht – bei der Ideenfindung für neue Geschäftsmodelle und die individuelle strategische Zielsetzung wird Unterstützung benötigt.

Fazit

Mittels des World-Cafés konnten deutlich detailliertere und konkretere Ergebnisse erarbeitet werden als bei herkömmlichen Diskussionsrunden. Für die Teilnehmer wurden Herausforderungen leichter verständlich und annehmbar, während sich für das Kompetenzzentrum die von der Zielgruppe konkret formulierten Informations- und Unterstützungsbedarfe ableiten lassen.

Ausblick

Unternehmen könnten die Methode „World-Café“ gezielt einsetzen, um etwa im Mitarbeiterkreis neue Ideen für neue Geschäftsmodelle und Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens zu erarbeiten – vielleicht sind die „richtigen Typen“ dafür ja bereits an Bord?

Wenn Sie Fragen zum World-Café oder anderen zeitgemäßen Methoden der Offline-Kommunikation haben, wenden Sie sich bitte direkt an unseren Ansprechpartner Danny Kensa.

Praxisbeispiel: „Dokumentation World Café“ herunterladen

Angebotskarte „Word-Café“ herunterladen

House of Change

Welcome to the „House of Change“

Wie kann die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation das Management im Mittelstand unterstützen? Belehrungen und Vortragsprogramme sind keine Lösung. Sensibles Management heißt, Positionierung und Stellungwechsel in Change Prozessen mit fachmännischer Hilfe konkret und persönlich einzuüben.

Nie änderten sich die Arbeitsbedingungen im Management so schnell wie heute. Die Arbeitswelt wird bestimmt durch die Beschleunigung von technologischen und prozessualen Innovationen. Abläufe und Kommunikationswege ändern sich unaufhörlich. In seinem beruflichen Umfeld kann sich der Einzelne kaum mehr dauerhaft verlässlich einrichten, Anpassung und der Wille zu lernen sind im Arbeitsalltag ständige Begleiter.

Was Wandel wirklich bedeutet, spüren alle, die von der Welle der Digitalisierung am Arbeitsplatz erfasst werden. Der gute Wille mitzuhalten und sich mittels Information und Weiterbildung aus eigener Kraft über Wasser zu halten, ist gerade engagierten Führungskräften nicht abzusprechen. Wo es aber an innerbetriebliche Unterstützung mangelt, sind hochqualifizierte Arbeitskräfte oftmals auf Intuition und persönliche Initiative angewiesen.

Die Psychologie sagt, dass Menschen auf überfordernde Situationen mit Schutzmaßnahmen reagieren, die ihnen helfen, kritische Situationen zu meistern, ohne dass sie von ihnen selbst wahrgenommen werden. Im Management sind Selbstkontrolle und Rationalität an jeder Stelle gefragt. Wenn dagegen unbewusste Bewältigungsmuster greifen, wird das – gerade von erfolgreichen Führungskräften – oftmals verdrängt. Dann geraten Führungspersönlichkeiten in eine Verarbeitungsschleife, die individuell verschieden ist, aber einer vergleichbaren Logik folgt.

Der Umgang mit Veränderungsdruck wurde vom schwedischen Wirtschaftspsychologen Claes Janssen in einem Modell veranschaulicht, das in der Managementliteratur als „House of Change“ bekannt wurde. Es umfasst vier typische Phasen der Durchlaufens (und Erleidens) von Change Prozessen:

  1. aus der Komfortzone vertrauter Arbeitsgewohnheiten geht es über
  2. eine Phase des Ableugnens und Dagegenhaltens und in
  3. eine daran anschließende Zeit der Irritation und Konfusion über
  4. in einen Zeitraum des persönlichen Umdenkens, in dem innovatives Denken und Handeln überhaupt erst möglich werden – was im Idealfall schließlich zur Wiedererlangung des Platzes in der Komfortzone führen kann.

Im Management moderner Unternehmen begegnen sich Vertreter verschiedener Phasen mit mehr oder weniger starkem Nervenkostüm. Je nach der Zusammensetzung der Führungsspitze geraten sie mit ihrer Selbstsicherheit und latenten Verunsicherung aneinander, verstärken sich oder stellen sich unterschwellig in Frage. Anders als in der Vergangenheit ist das Erreichen der Komfortzone eines „Business as Usual“ in der Zeit von Hightech und Datenautobahnen eine Illusion. Change Management läuft längst nicht mehr auf das Überstehen von krisenhaften Entwicklungen hinaus, erfolgreiche Manager sind vielmehr Meister der Dauerveränderung. Ihr Ziel ist nicht das sichere Ufer der Komfortzone, sondern der Ritt auf der Welle der Innovation.

Dazu bedarf es keineswegs der Zurschaustellung von Sicherheit und Perfektion an jeder Stelle.

Manager der Zukunft müssen ihren eigenen Seelenhaushalt sensibel managen. Eben nicht mit gleichbleibender Unbeugsamkeit, sondern dem Gespür dafür, wann Standhalten, wann Irritationstoleranz, Neuorientierung oder die Zufriedenheit mit dem Erreichten angebracht sind.

Authentizität 2020 heißt sich nicht festzusetzen im House of Change, sondern die Verschiedenheit der Räume im Gesamtgebäude des Change Managements optimal zu nutzen.

Wie kann die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation das Management im Mittelstand unterstützen? Belehrungen und Vortragsprogramme sind keine Lösung. Sensibles Management heißt, Positionierung und Stellungwechsel in Change Prozessen mit fachmännischer Hilfe konkret und persönlich einzuüben.

Dafür bieten wir interaktive Formate an wie Aktionsforschung, Open Space, Barcamps, Rollenspiele: Welcome to the House of Change!

Leitfaden „House of Change“ herunterladen

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