Barcamp: Miteinander und voreinander lernen

  1. Barcamp

Kurzbeschreibung: Was ist ein Barcamp?

Barcamps sind die perfekte Methode, um Kunden und Mitarbeiter in Unternehmensprozesse einzubeziehen und dabei neue Meinungen und Bedürfnisse zu entdecken. Barcamps sind keine klassischen Konferenzen, denn statt einem passiven Publikum ein vorgegebenes Programm vorzusetzen, wird bei Barcamps jeder Besucher selbst aktiv. Daher spricht man bei Barcamps auch von einer „Un-Konferenz“ sowie von Teilgebern statt Teilnehmern: An die Stelle von Top-Down-Vermittlung rückt der Austausch, der bewusst hierarchie- und bereichsübergreifend im Barcamp organisiert wird – ggf. auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Sehr gefördert werden hierdurch Vernetzung und informelles Lernen. Der hierarchie-, bereichs- und ggf. unternehmens-unabhängigen Austausch steht im Vordergrund, nicht die Vermittlung von Lehr- und Lerninhalten. Klassisch sind Barcamps mehrtägige Veranstaltungen, vorzugsweise durchzuführen an Wochenenden.
Jeder Teilgeber ist dazu aufgerufen, sogenannte Sessions anzubieten. Session ist der englische Begriff für Arbeitssitzung. Wie die genau aussieht, ist aber nicht vorgegeben: Es kann ein Workshop sein, offene Diskussion, die nur durch eine Eingangsfrage eröffnet wird, ein klassischer Vortrag oder ein ganz anderes, kreatives Format. Eine Session dauert meist 45 Minuten bis eine Stunde. Grundsätzlich finden dabei mehrere Sessions parallel statt – analog werden also parallel mehrere Räume sowie Präsentations- und Arbeitsmaterialien benötigt.

Welche Themen eignen sich für ein Barcamp?

Barcamps kann man zu allen Themen veranstalten. Häufig sind Barcamps grobe Oberthemen vorgegeben wie beispielsweise „Online-Marketing“ oder „Wissensmanagement“. Innerhalb dieser Oberthemen können die Teilgeber aber nach Bedarf Unterthemen vorschlagen. Auch kreative Exkurse sind keine Ausnahmen und sogar explizit erwünscht. Bei Bedarf können Barcamps aber auch stärker vorstrukturiert werden, beispielsweise indem Sie vorab gezielt einzelne Sessions planen, Keynotes anbieten oder das Oberthema enger fassen.

Barcamps zur internen Kommunikation und Weiterbildung oder unternehmensübergreifend

Barcamps können offen und unternehmensübergreifend organisiert sein, so dass jeder Interessierte teilnehmen kann (z.B. wie beim Content Strategy Camp, zu dem Profis aus Agenturen und Unternehmen zusammen kommen).
Eine zweite Variante ist, Barcamps im Rahmen eines Unternehmens einzusetzen, zur internen Kommunikation oder um Innovationsprozesse oder die Weiterbildung voranzutreiben. Im Rahmen dieser zweiten Variante kann sich jeder Mitarbeiter bereichs- und hierarchie-unabhängig konstruktiv einbringen. Weitergehend können zum Beispiel auch Kunden einbezogen werden. Unternehmen können so neue Facetten an bekannten Themen entdecken, komplett neue Themen finden, die bisher nicht ins Bewusstsein der Führungsriege vorgedrungen sind, und Mitarbeiter aktiv in Innovations- und Veränderungsprozesse einbeziehen. Außerdem stärken Sie intern kreative und soziale Strukturen.
Wenn Sie Interesse haben, ein Barcamp zu veranstalten, sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie gerne bei der Konzeption und Durchführung des Events.

Wie wird ein Barcamp organisiert?

Wir stellen an dieser Stelle einen typischen Barcamp-Ablauf vor. Dieser kann bei einem Barcamp innerhalb eines Unternehmens natürlich anders aussehen und entsprechend auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden und auch stärker begleitet und strukturiert werden.

Die Begrüßung
Ein Barcamp beginnt mit der Begrüßung und der Vorstellung der Organisatoren. Außerdem wird das Publikum in die Barcamp-Regeln eingeweiht, denn viele Teilgeber wissen im Vorfeld nicht so genau, was sie erwartet. Für die Begrüßung und Organisation sollte man im Vorfeld einen Moderator bestimmen, der durch den Tag führt und die Sessionplanung koordiniert.

Die Vorstellungsrunde
Im Anschluss an die Begrüßung gibt es eine Vorstellungsrunde. Dabei stellt sich jeder Teilnehmer mit seinem Namen und drei Stichworten kurz vor. Diese Stichworte können die Person privat beschreiben, aber auch mit der Profession zu tun haben. Das ist jedem Teilgeber selbst überlassen. Grundsätzlich herrscht auf Barcamps eine Duz-Kultur; beim internen Einsatz in Unternehmen kann natürlich auch gesiezt werden, wenn das der Unternehmenskultur entspricht.

Die Sessionplanung
Für die Sessionplanung notiert jeder Teilgeber seinen Themenvorschlag in wenigen Worten auf einer Moderationskarte. Zwar darf man auch als reiner Zuschauer dabei sein, grundsätzlich ist aber jeder angehalten, sich einzubringen.

Alle Teilgeber, die eine Session anbieten möchten, stellen ihr Thema in wenigen Sätzen der Gruppe vor. Durch Handzeichen zeigen die anderen Teilgeber an, ob sie das Thema interessiert. Finden sich Interessenten, wird das Thema in die Sessionplanung aufgenommen. Einen Zeitplan samt Raumangaben sollte man zuvor auf einer Pinnwand vorbereiten. Dort können die Teilgeber ihre Sessions anheften. Die Pinnwand dient dann gleichzeitig als Tagesprogramm. Zusätzlich sollte der Zeitplan aber auch online zur Verfügung gestellt werden, so dass die Teilgeber auch aus den einzelnen Session-Räumen jederzeit Zugriff auf die Zeit- und Raumplanung haben. Eine Sessionplanung kann wie folgt aussehen:

Uhrzeit             Raum 1    Raum 2     Raum 3
11:00-11:45     Thema 1   Thema 3    Thema 2
12:00-12:45    Thema 5   Thema 4    Thema 6
….

Für eine Session sollte man insgesamt eine Stunde einplanen. 45 Minuten sind für Inhalte reserviert, weitere 15 Minuten brauchen die Teilgeber, um zwischen zwei Sessions den Raum zu wechseln und sich auf neue Themen einzustellen. Jeder Teilnehmer ist frei in seiner Entscheidung, welche der Sessions er (interessengetrieben) besuchen möchte – somit ist es auch sehr wahrscheinlich, dass in jeder Session neue Gruppenkonstellationen zustande kommen.

Sessions
Nach der Sessionplanung treffen sich die Teilgeber in den Session-Räumen. Im Optimalfall werden die Inhalte einer Session von den Teilgebern protokolliert – das kann formlos erfolgen, beispielsweise via Twitter, oder klassisch in einem Word-Dokument/Flipchart. Natürlich kann man auch ganz darauf verzichten, aber häufig möchten die Teilgeber auch wissen, was in den anderen Sessions inhaltlich gesprochen wurde. Ist ausreichend Personal verfügbar, sollte der Veranstalter dieses für das Protokollieren einsetzen – Die Session-Themen und die erarbeiteten Inhalte dienen dem Veranstalter auch als Bedarfsanalyse für Trends und Themenbedarfe der Akteure und können in die Planung weiterer Veranstaltungen einfließen.

Abschlussrunde
Zum Schluss kommen alle Teilnehmer zur Abschlussrunde zusammen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, Fotos, Tweets oder Eindrücke vom Tag zu sammeln und der Runde zu zeigen. Außerdem können die Teilgeber hier Feedback zur Organisation und den Themen der Veranstaltung geben und gegebenenfalls direkt in die Planung für ein nachfolgendes Barcamp einsteigen.

Catering
Natürlich muss auf Barcamps auch für das leibliche Wohl gesorgt werden. Sie können kostenlose Verpflegung anbieten, aber die Teilgeber nehmen es dem Organisator auch nicht krumm, wenn sie das Essen selbst zahlen müssen. In jedem Fall sollte eine ausreichend lange Mittagspause und je nach Länge des Barcamps auch eine Kaffeepause eingeplant werden. Das ist für ein gelungenes Barcamp enorm wichtig, da beim Essen der informelle Austausch stattfindet, die Teilgeber netzwerken und teilen das Wissen aus den Sessions miteinander.

Mediennutzung
Gerade soziale Medien werden auf Barcamps intensiv genutzt. Typisch ist, dass ein gemeinsames Hashtag für Twitter vorgeschlagen wird, über das die Teilgeber dann beispielsweise verfolgen können, was in anderen Sessions passiert. Twitter ist aber keine Vorschrift: Sie können prinzipiell jede digitale Plattform einsetzen, über die sich die Teilgeber während des Barcamps austauschen wollen. Das kann auch eine Gruppe bei Facebook oder Xing sein, ein Wiki, ein Etherpad oder der Chat im firmeninternen Netzwerk.

Wichtig ist, dass Sie die Teilgeber explizit dazu auffordern, Inhalte aus den Sessions zu notieren und weiterzugeben, damit der Wissensaustausch auch außerhalb der Session-Räume weitergeht. Falls gewünscht, können Sie so das Barcamp mit der Außenwelt vernetzen: Auch Personen, die am Barcamp selbst nicht teilnehmen können, können über Twitter oder Blogbeiträge Inhalte zu Diskussionen beisteuern.

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