digital_real: „Auf ein Digitalisierungsprojekt folgt meistens das nächste“

Was passiert im Unternehmen, wenn man den Schritt in Richtung Digitalisierung unternimmt? Was bedeutet das für Mitarbeiter und Kunden? Mehr als 70 Teilnehmer haben sich am 13. Juli 2017 beim A³-Wirtschaftsdialog „digital_real“ bei der Wipfler Fenster + Fassaden GmbH im bayrisch-schwäbischen Zusmarshausen-Wörleschwang getroffen, um aus erster Hand zu erfahren, wie kleine und mittlere Unternehmen ihre ersten Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht haben.

In Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Wirtschaftsraums A³ hat die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation gefragt: „Welche Chancen und Möglichkeiten bietet die Digitalisierung für den Mittelstand?“ Prof. Dr. Thomas Thiessen, Konsortialleiter der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation, verfolgte als Moderator einen roten Faden: Was treibt Unternehmer an, die sich mit Digitalisierung beschäftigen? Was begünstigt den Antrieb, was können Stolpersteine sein?

Zwei Unternehmen stellten ihre Geschichte vor und waren sich einig: Beginnt man ein Digitalisierungsprojekt, folgt schon bald das nächste!

1. Digitalisierung macht größere Auftragsvolumina möglich: Der Gastgeber der Veranstaltung Armin Nuffer, Geschäftsführer der Wipfler Fenster + Fassaden GmbH, berichtete: „Wir sind noch lange nicht fertig, wir stecken mittendrin im Prozess der Digitalisierung.“ Lesen Sie den Digitalisierungsbericht des Handwerksunternehmens hier: http://kommunikation-mittelstand.digital/ein-fensterhersteller-in-der-digitalen-transformation/

2. Digitalisierte Kundenkommunikation: Catrin Graf hat den Kundenservice ihres Unternehmens Graf-Dichtungen GmbH mit Sitz in München und zwei Filialen in Berlin mittels digitaler Kommunikation verändert. Die digitale Transformation der internen und externen Kommunikation ist in vollem Gange, bereits die erste Maßnahme brachte einen großen Erfolg: „Im Jahr 2005, als ich den Online-Shop eingeführt habe, steigerte sich unser Umsatz um 35 Prozent“, berichtet Graf. Lesen Sie das Praxisbeispiel des Herstellers und Händlers von Dichtungen hier: http://kommunikation-mittelstand.digital/graf-dichtungen-gmbh-ein-kleines-unternehmen-digitalisiert-die-interne-und-externe-kommunikation/

Neben den Praxisbeispielen konnten sich die Teilnehmer bei Experten informieren: Georg Höllthaler http://kompetenzzentrum-augsburg-digital.de/kontakt/ vom neu gegründeten „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg“ zeigte, wie das Projekt kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen beim Einstieg in die Digitalisierung unterstützend und kostenfrei informiert. Das Kompetenzzentrum ist – ebenso wie die Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation – Teil der BMWi-Initiative „Mittelstand digital“ https://www.mittelstand-digital.de/ .

  1. Augmented Reality: Die Kommunikationsagentur Elfgenpick mit Sitz in Augsburg zeigte vor Ort die Möglichkeiten von Erweiterter Realität (AR). Beispiel: Eine Imagebroschüre beinhaltet auch virtuelle Inhalte, die nach dem Scan mit dem Tabletcomputer erscheinen https://www.elfgenpick.de/de/werbeagentur-augsburg/wenn-buecher-laufen-lernen-augmented-reality-fuer-kontron-imagebroschuere . Bei der Wartung von Maschinen können AR plus Datenbrille eingesetzt werden: https://www.elfgenpick.de/de/werbeagentur-augsburg/augmented-reality-applikation-im-bereich-installing-assembling-oder-repairing

Rolle der Wirtschaftsförderung:

Im Wirtschaftsraum Augsburg gibt es viele Angebote für Unternehmen: „Wir helfen gerne dabei, einen Überblick zu verschaffen und den richtigen Anknüpfungspunkten oder Beratung für Sie zu finden“, sagte Andreas Thiel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Regio Augsburg Wirtschaft GmbH.

Fazit von Moderator Thomas Thiessen:

Die Veranstaltung hat mir persönlich nochmal deutlich gemacht, dass die Digitalisierung in kleinen Schritten und in Kernprozessen initiiert werden kann, um dann nach und nach eine operative Dynamik zu entwickeln, ohne jemals „fertig“ zu sein.

Diese Dynamik zeigt sich bei der Wipfler Fenster + Fassaden GmbH in beindruckender und zugleich beruhigender Weise. Fertige Patentlösungen gibt es nicht. Es gibt nur individuelle Anforderungen an die Digitalisierung, jeweils höchst differenziert nach Branche und Unternehmen.

Die Kommunikationsagentur Elfgenpick beispielsweise nutzt die Chancen der Digitalisierung für sich als Transformationsprozess hin zu einem Kreativdienstleister mit Virtual/ Augemented Reality-Kompetenz. Elfgenpick erschließt sich damit neue Märkte, die sich so für andere Branchen nicht anbieten. Dort gibt es jeweils andere Potenziale.

Allerdings gibt es eine Art „Roten Faden“, ein grundsätzliches Vorgehensmodell, an dem sich ein mittelständisches Unternehmen unter seinen Bedingungen orientieren kann.

 

Und alle Unternehmen verbindet zusätzlich, dass es ohne Partizipation nicht geht. Mir ist gerade am Beispiel der Graf-Dichtungen GmbH erneut deutlich geworden, dass die strukturierte Einbindung der Führungskräfte, Mitarbeiter Kunden und Lieferanten in den Digitalisierungsprozess ein entscheidender Faktor für das Gelingen ist.

Die Unternehmenskulturen ändern sich. Das ist Fakt. Kommunikation, Qualifizierung, Transparenz, ein gemeinsames Zielbild: alles das hilft dabei, Motivation und Akzeptanz zu schaffen.

Die wertvollen Beiträge aus dem Publikum zeigen, dass es sich absolut lohnt, in den Digitalisierungsdialog zu treten, sich zu vernetzen, sich gegenseitig zu inspirieren und inspirieren zu lassen.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.